Testbericht: Nintendo 3DS vs. Nintendo DS Light

Vor einigen Wochen berichteten wir bereits über die ersten dreidimensionalen Eindrücke auf der CeBit Messe 2011. Heute soll ein ausführlicher Bericht folgen, da wir nun ein Textexemplar in den Händen halten können. Dabei geht es unter anderem um einen direkten Vergleich des neuen 3DS mit dem Vorgängermodell Nintendo DS Light.

Neue Technik – neues Spielgefühl

Nintendo 3DS getestet (Foto: powerkonsolen.de)

Nintendo 3DS getestet (Foto: powerkonsolen.de)

Der 3DS, Nintendos neuestes Flaggschiff im Handheld-Bereich, wurde bereits über Wochen vom japanischen Elektronikkonzern gehypt. Auf mehreren Events wurden die neuen technischen Möglichkeiten ausführlich präsentiert, die der Nintendo 3DS dem interessierten Spieler bietet. Neben einem verbesserten Online-Zugang und einem Analogstick, lag der ganz klare Fokus selbstverständlich auf dem 3D-Modus.

3D ist in. Ob nun im Kino, auf dem heimischen Fernseher oder nun auch im Handheld-Bereich, die Unterhaltungsindustrie sieht in 3D den nächsten Zukunftstrend. Wobei dieser ja eigentlich in den 90ern in Form des Virtual Boy bereits auf den Markt kam. Der Virtual Boy von Nintendo war jedoch ein basoluter Ladenhüter, weshalb die Industrie diese Technologie fürs erste nicht weiterentwickelte.

Was taugt der 3D-Modus des Nintendo 3DS?

Liegt gut in der Hand: Nintendo 3DS (Foto: powerkonsolen.de)

Liegt gut in der Hand: Nintendo 3DS (Foto: powerkonsolen.de)

Nun jedoch, mehrere Jahre später, sieht man sich in der Lage 3D markttauglich zu gestalten. Der 3DS hat sich von Anfang an, wie bei Nintendo üblich an alle Zielgruppen im Videospielbereich gerichtet. Ob nun Gelegenheitsspieler oder Hardcore-Gamer, jeder soll mit der neuen Handheld-Konsole auf seine Kosten kommen. Nun folgte jedoch die Probe aufs Exempel. Um es mal vorweg zu nehmen, der 3D-Modus ist schon etwas gewöhnungsbedürftig. Nicht aus Spaß wird vor jedem Spiel darauf hingewiesen, dass man nach 30 Minuten Spielzeit eine 10-minütige Pause einlegen sollte. Dies ist auch notwendig, denn das 3D-Bild lässt die Augen schnell ermüden. Dies mag für Gelegenheitsspieler zwar kein Problem sein, ist jedoch für Profis, die längere Sessions einlegen wollen, nicht besonders toll. Es besteht die Möglichkeit den 3D-Modus stufenweise zu reduzieren, aber nur wenn dieser komplett aus ist, hält man es auch länger an einem Stück vor der Konsole aus. Hier stellt sich dann wiederum die Frage, ob es nicht auch ein Nintendo DS oder Nintendo DS XL bringt, da letzterer auch einen deutlich größeren Bildschirm bietet.

Positiv aufgefallen sind die Minispiele, die in Kartenform bei jedem 3DS-Modell beiliegen. Das Stichwort lautet erweiterter Realität. Mit Hilfe der 3D-Kamera erkennt der der 3DS die jeweiligen Karten und ermöglicht das Spielen via Kamera. Hier muss jedoch immer auf den richtigen Abstand und die passende Beleuchtung geachtet werden.

Weitere Neuerungen des Nintendo 3DS

3D-Bildschirm und Analogstick (Foto: powerkonsolen.de)

3D-Bildschirm und Analogstick (Foto: powerkonsolen.de)

Der Analogstick des Nintendo 3DS ist ohne Frage eine vernünftige Erweiterung der Handheld-Konsole. Dieser erleichtert das Steuern der einzelnen Figuren erheblich und das nicht nur bei 3DS-only-Games. Auch Spiele, die bereits für die Vorgängermodelle erschienen sind, lassen sich ohne weiteres damit steuern. Das getestet Streetfighter IV (3D-Edition) ließ sich allerdings mit dem Steuerkreuz deutlich präziser navigieren.

Das Verbinden mit WLAN-Hotspots funktioniert nun auch sehr einfach, was bei den Vorgängermodellen definitiv nicht der Fall war. Eine kurzweilige Online-Partie gegen einen Kumpel sollte nun nichts im Wege stehen.

Eine etwas weniger erfreuliche Neuerung ist die Einführung von Ländercodes. Das bedeutet, dass 3DS-only-Games nicht mehr ohne weiteres importiert werden können. Möchte man nun ein Spiel aus den USA oder Japan importieren und spielen, benötigt man dann auch ein jeweiliges 3DS-Modell aus der jeweiligen Region.

Das Fazit

Zweifellos ist der Nintendo 3DS zur Zeit eines der spannendsten Neuentwicklungen auf dem Videospielmarkt. Das Konzept ist simpel und zeigt ganz klar auf, wo die Reise in den nächsten Monaten hingehen wird: ein Handheld mit dem man nicht nur (in 3D) Zocken kann, sondern auch Musik hören, Videos anschauen und Online sein kann. Sehr gut gefällt die aufgeräumte Menüstruktur und Abwärtskompatibilität der Konsole.

Aber es gibt auch noch einige Punkte die verbessert werden können – das betrifft beispielsweise die Qualität und die Augenfreundlichkeit des 3D-Effekts. Glücklicherweise kann die 3D-Intensität problemlos verringert bzw. komplett ausgeschaltet werden.

Technischen Daten Nintendo 3DS

  • Prozessor: 2 x ARM11 mit 266 MHz
  • Speicher: 64 MByte SDRAM
  • Flash-Speicher: 64 MByte
  • Bildschirm: LCD-Display mit 800×240 und 320×240 Pixel mit 16,77 Millionen Farben
  • Controller: Touchscreen, Beschleunigungssensor, Bewegungssensor, Lautstärkeregler, 3D-Tiefenregler, Analogstick, Steuerungskreuz, Start/Select-Taste, A-B-X-Y-Knöpfe, Schultertasten
  • Besonderheiten: USB 2.0, WLAN, integriertes Mikrofon, SD-Kartenslot, 2×2 Watt Stereo-Lautsprecher, Stromzufuhr über Akku oder externes Netzteil, Kameras: 3x (2x Front-, 1x Rückseite)
  • Maße: 134 mm x 21 mm x 74 mm
  • Gewicht: 235 Gramm
  • Farben: Weiss, Blau, Rot und Schwarz
  • Preis: ca. 250 Euro

Vielen Dank an Peter Schindler von http://www.retro-gaming-culture.de für den direkten Vergleich mit dem Nintendo DS Lite.