Im Raspberry Pi Fieber und auf der Suche nach dem passenden Retro-Gehäuse

Nach knapp drei Jahren ist das nun endlich wieder ein neuer Beitrag auf Powerkonsolen. Der ausschlaggebende Grund war, dass ich mir nun endlich einen Raspberry Pi zugelegt hatte. Der nötige Zeitaufwand, hielt mich bislang davon ab. Aber was soll’s, dachte ich mir. Schließlich lässt sich der Mini-Computer wunderbar als Videospiele-Emulator verwenden – oder einfach als Zweitrechner zum Basteln. Ganz gleich welchen Einsatzzweck er bekommen würde, das Gehäuse sollte nicht von der Stange sein. Etwas Retro-Feeling bitte sehr! Meinen Erfahrungsbericht gibt es nun hier zu lesen.

Einzelteile bestellen, zusammenstecken und konfigurieren

Das Bestellen der Grundbausteine ging unkompliziert und schnell. Ein paar Tage später kam das Paket mit folgenden Inhalt an*:

*Hinweis: ich habe dazu mal die direkten Links zum Versandhändler Amazon ergänzt

Raspberry Pi Atari 2600 InnenlebenFür die Emulation alter Videospiel- und Computersysteme bieten sich Retropie oder Recalbox an. Beide Bestriebssysteme lassen sich per Drag’n Drop auf den Raspberry Pi installieren. Mittels SD-Karten-Adapter lässt sich das Formatieren bequem am PC/Mac bewerkstelligen. Anschließend noch das gewünschte System draufkopieren und fertig.

Nun die Micro-SD-Karte aus dem Adapter nehmen und in den Raspberry Pi schieben. Jetzt HDMI-Kabel, Tastatur und Strom dran. Und los geht’s. Das System fährt hoch und installiert sich von alleine. Um Retropie oder Recalbox mit ROMs zu füttern, muss man den Raspberry Pi noch ins WLAN einklinken. Sobald das erledigt ist, kann man über eine Netzwerkfreigabe alle weiteren Einstellungen vornehmen.

Das Kopieren der ROMs geht zügig von der Hand. Es sind hierbei schon entsprechende Ordner, wie „NES“, „Mega Drive“ oder „Atari 7800“ angelegt. Beim nächsten Hochfahren des Systems – oder man kann den Ordnerinhalt auch im entsprechenden Menüpunkt aktualisieren – sind alle Spiel sichtbar und spielbar. Für das ganze Prozedere gibt es hunderte Anleitungen im Netz. Daher will ich hier nicht weiter drauf eingehen. Zum Spielen ist ein Controller notwendig, wie dieser hier: SNES-Gamecontroller (USB-Anschluß).

Man nehme ein altes Gehäuse vom Atari 2600 Jr.

Raspberry Pi Atari 2600 FrontansichtEin 08-15 Gehäuse? Nö! Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt, wenn es heißt ein, schickes Gehäuse für den Raspberry Pi zu finden. Außergewöhnliche Ideen sind beispielsweise eine Holzkiste, ein Mini-NES aus dem 3D-Drucker, eine leere Fischdose oder die LEGO-Variante.

Ich hatte noch ein altes Gehäuse von einem Atari 2600 Jr. im Schrank liegen. Warum ich es aufgehoben hatte, weiß ich nicht mehr. Schließlich war die Unterseite des Gehäuses schon ein paar Mal gerissen. In diesem Moment schien es mir aber die perfekte Unterbringung für den Minicomputer.

Also stabilisierte ich zuerst einmal die Unterseite mit ein paar Kunststoffleisten und entfernte vom Oberteil den Modulschacht. Letzteres war notwendig, um genügend Platz innerhalb des Gehäuses zu schaffen. Stromanschluss, Monitor und zwei Mal USB sollten nach Außen geführt werden. Dafür kaufte ich noch ein paar Verlängerungskabel**, die anschließend am Gehäuse mit Sekundenkleber fixiert wurden.

**Hinweis: auch hier die direkten Links zum Versandhändler Amazon

Bildergalerie Raspberry Pi im Gehäuse einer Atari 2600 Spielkonsole

Das Gehäuse eines Atari 2600 Jr. ohne Modulschacht und ohne Frontblende

Das Gehäuse eines Atari 2600 Jr. ohne Modulschacht und ohne Frontblende

Gehäuse aufgeklappt: Raspberry Pi mit Kabel

Gehäuse aufgeklappt: Raspberry Pi mit Kabel

Alles drin, alles dran: die Platine des Raspberry Pi hat genug Platz

Alles drin, alles dran: die Platine des Raspberry Pi hat genug Platz

Rückansicht Gehäuse: Micro-USB für den Strom, einmal USB links, die HDMI-Verlängerung und einmal USB rechts

Rückansicht Gehäuse: Micro-USB für den Strom, einmal USB links, die HDMI-Verlängerung und einmal USB rechts

Ein kürzeres HDMI-Kabel und eine Abdeckung für den Modulschacht sind noch in Planung

Ein kürzeres HDMI-Kabel und eine Abdeckung für den Modulschacht sind noch in Planung

 

Weiteres Feintuning

Alles hat erstmal Platz gefunden. Doch das Gehäuse ist noch lange nicht fertig. Zum einen hat der Modulschacht ein unschönes Loch und keinerlei Funktion. Auch klappern die Tasten im Gehäuse. Zum Anderen fehlt auf der Oberseite ein Schriftzug oder ähnliches. Das ehemalige Blech „Atari 2600“ hatte ich entfernt. Weiterhin wären ein An-/Aus-Schalter sowie ein Reset-Schalter noch praktisch. Vielleicht auch eine LED, die den Betriebsstatus anzeigt.

Wie vermutet, geht doch nicht alles so schnell, wie anfangs gedacht. So ein Retro-Projekt braucht eben Zeit und Geduld. Preislich ist das Ganze allerdings recht überschaubar. Man ist mit knapp 70 Euro dabei – in der Praxis sogar noch weniger, da diverse Bauteile irgendwie schon lange in einer Schublade liegen und auf ihren Einsatz warten.

Fotos: Powerkonsolen.de