Angespielt: LOST WORDS – BEYOND THE PAGE für Nintendo Switch – Spieletest/Review

Angespielt: LOST WORDS – BEYOND THE PAGE für Nintendo Switch – Spieletest/Review

8. April 2021

So ganz neu ist LOST WORDS – BEYOND THE PAGE ja nicht mehr. Das Spiel erschien bereits 2020 auf Google Stadia – ein exklusiver Titel sozusagen. Jetzt, knapp ein Jahr später, lässt sich das Abenteuer-Puzzle auch auf aktuellen Konsolen, wie PS4, Xbox One und Nintendo Switch spielen. Wie sich das Erstlingswerk von Sketchbook Games so anfühlt und ob es tatsächlich ein revolutionär-neues Spielprinzip ist, gibt es hier in diesem Testbericht zu lesen.

Realität und Traumwelt

Hügel rauf, Hügel runter... wie im echten Leben

Hügel rauf, Hügel runter… wie im echten Leben

Im Spiel LOST WORDS – BEYOND THE PAGE schlüpft man in die Rolle eines jungen Mädchens. Den Namen, die Lieblingsfarbe und ein paar andere Details lassen sich zu Beginn des Spiels eigenständig bestimmen. Was aber immer bleibt, ist die überdurchschnittliche Gabe der Protagonistin im Umgang mit Wörtern. Hierbei gibt es zwei Dimensionen: einmal die Tagebuch-Welt und einmal ein imaginärer Ort, der wie ein Abenteuer anmutet.

Was erstmal ganz simpel klingt, erfordert ein ordentliche Portion an Konzentration. Denn LOST WORDS – BEYOND THE PAGE ist keine Spiel von der Stange. Und das kommt auch so rüber. Dazu gleich ein bisschen mehr. Zudem ist es das Debüt von Sketchbook Games – einem kleinen Entwicklerstudio aus Essex, England. Die Geschichte kommt übrigens von Rhianna Pratchett, die man bereits von Spielen wie Mirror’s Edge, Tomb Raider, Rise of the Tomb Raider kennt.

Aufgeblättert und losgeschrieben

Jetzt heißt es puzzeln - aber mit Wörtern

Jetzt heißt es puzzeln – aber mit Wörtern

Wie bereits erwähnt, wechselt man zwischen zwei Spielwelten. Die erste Welt sieht so aus: gezeigt wird ein Buch, welches aufgeschlagen ist. Dazu springt man wie in einem Plattformer über die Wörter und Sätze. Zusätzlich muss verschiedene Textelemente auf der Seite berühren, damit sich zum Schluß ein Teil einer Erzählung zusammensetzt. Diese Szenen sind ungefähr 4 bis 5 Seiten lang. Am Anfang wirkt das Spiel dadurch äußerst kreativ. Es ist einfach eine abwechslungsreiche und schöne Idee, eine Geschichte zu erzählen. Nach jedem Buchabschnitt folgt dann ein Level in der 2D-Abenteuerwelt, welche Estoria zeigt. Die Grafiken sind verträumt gestaltet und laden zum Verweilen ein. Da LOST WORDS – BEYOND THE PAGE generell sehr textlastig ist, wird auch hier viel mit Wörtern gearbeitet. Diese tauchen inmitten der Umgebung auf und unterstützen das aktuelle Geschehen.

Offizieller Gameplay Trailer zum Spiel

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Besonders hervorzuheben ist die Steuerung des Glühwürmchens. Schließlich ist die Hauptdarstellerin für die kleinen Leuchter verantwortlich. Hierbei wir der zweite Analogstick der Switch verwendet. In beiden Welten lassen damit Zusatzfunktionen ausführen. Beispielsweise eine Art Zauber auswählen, um Gegenstände zu bewegen oder zu reparieren. Der Umfang nimmt im Laufe des Spiels immer weiter zu. Somit kommt man auch schon mal in die Lage, ein paar knifflige Rätsel lösen zu müssen. Der Schwierigkeitsgrad ist hierbei allerdings nicht sonderlich hoch.

Fazit zu LOST WORDS – BEYOND THE PAGE

Wunderschön gezeichnete Aquarellbilder

Wunderschön gezeichnete Aquarellbilder

Ohne Frage: LOST WORDS – BEYOND THE PAGE hat etwas Besonderes. Denn schon beim Spielstart wird man komplett mit einbezogen und kann die Ausgangssituation der Protagonistin beeinflussen. Der Übergang zum Tagebuch ist hierbei sehr gut überlegt und schwupps, schon befindet man sich mitten im Spiel.

Die Art und Weise wie Bilder und Wörter miteinander verschmelzen, ist optisch und inhaltlich auf einem hohem Niveau. Auf dem relativ kleinen Display der Switch lässt sich alles gut erkennen. Es erfordert aber auch eine gewisse Konzentration. Nur so einfach durchspielen ist sicherlich möglich, wird aber der Qualität der Geschichte nicht gerecht. Denn zum Wegklicken ist diese nicht da. Im späteren Spielverlauf fällt auf, dass es bei LOST WORDS – BEYOND THE PAGE ein paar kleinere Übersetzungsschwierigkeiten gibt. Dadurch gestalten sich die Aufgaben in der Tagebuch-Welt nicht immer ganz so intuitiv. Teilweise geben sich diese Abschnitte für meinen Geschmack etwas langatmig.

Kleines Mädchen - große Aufgaben

Kleines Mädchen – große Aufgaben

Ansonsten ist LOST WORDS – BEYOND THE PAGE ein schöne Abwechslung für Abenteuer- und Puzzle-Games-Fans. Es punktet mit toller Grafik und angenehmer musikalischer Untermalung. Mir persönlich fehlt ab und zu die Geschwindigkeit. Manche Szenen oder Rätsel hätte ich gern kompakter gehabt oder wenigsten die Möglichkeit, sie zu verkürzen.

Das Spiel gibt es aktuell für 14,99 Euro für alle gängigen Konsolen (PS4, Xbox, Switch), sowie auf Steam für PC. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist in Ordnung.

Zusammenfassung – Vorteile/Nachteile LOST WORDS – BEYOND THE PAGE

Vorteile:

  • Komplexe Geschichte
  • Wunderschöne Fantasiewelten
  • Interessante Steuerungsmöglichkeiten

Nachteile:

  • Sehr textlastig
  • Teilweise etwas langatmig

Fotos: Sketchbook Games / Modus Games2a0d1a3bd1364d9abcb937322503bffd