Sega Mega Drive Mini im Test – die derzeit wohl beste Retro-Konsole

Sega Mega Drive Mini im Test – die derzeit wohl beste Retro-Konsole

Nach etlichen Pseudo-Mini-Konsolen des Mega Drives kommt jetzt eine, die diesen Namen verdient hat. Das Mega Drive Mini wurde offiziell von Sega lizensiert und ist ab sofort für knapp 75 Euro im Handel erhältlich. Was die Spielkonsole drauf hat und ob sich der Kauf lohnt, gibt es in diesem Testbericht zu lesen.

Kein Flashback – Sega Mega Drive Mini

Detailgetreue Nachbildung beim Sega Mega Drive Mini

Detailgetreue Nachbildung beim Sega Mega Drive Mini

Wie bereits in unserem Testbericht zum Mega Drive Flashback HD nachzulesen, gab es dort einige Kritikpunkte. Hierbei machte die Neuauflage von 2019 eine deutliche bessere Figur als noch der Vorgänger. Praktisch waren waren vor allem zwei Dinge: die Sega-Spielmodule konnten verwendet werden und es gab die Möglichkeit, die originalen Spielcontroller anzuschließen.

Das Sega Mega Drive Mini kann bei den genannten Punkten nicht mithalten. Denn vom Funktionsumfang orientiert sich die Konsole an den Mini-Versionen von Nintendos NES und SNES. Dass heißt im konkreten Fall: deutliche kleinere Maße der Konsole, kabelgebundene Controller, die den originalen sehr ähnlich sind und eine überzeugende Vorauswahl an Spielen.

Sega Mega Drive Mini im Detail

Segas Mini-Konsole ist mit zwei USB-Anschlüssen an der Vorderseite und mit einem HDMI- sowie Mini-USB-Anschluß an der Rückseite ausgestattet. Damit lassen sich die Controller, wie schon bei der PlayStation Classic, Dank USB auch an anderen Geräten verwenden. Besonderes Augenmerk liegt auf einer detailgetreuen Nachbildung der Konsole: es gibt es einen Modulschacht mit klappbaren Staubklappen, der Lautstärkeregler lässt sich bewegen und an die abnehmbare Klappe, unter der sich der Expansionsport verbirgt, wurde ebenfalls gedacht. Zudem sind insgesamt 40 Spiele plus 2 Extraspiele vorinstalliert.

Hier gibt es das Sega Mega Drive Mini bei Amazon zu kaufen:

Ausgepackt und losgezockt: Mini-Version im Test

Größenvergleich: Original Sega Mega Drive (unten), Sega Mega Drive Mini (oben)

Größenvergleich: Original Sega Mega Drive (unten), Sega Mega Drive Mini (oben)

Wie bei allen anderen Mini-Konsolen auch, liegt ein HDMI-Kabel bei, nicht aber aber ein Netzteil. Dafür reicht ein handelsübliches Smartphone-Netzteil mit 5 Volt Ausgangsleistung. Also raussuchen, anstecken und Konsole anschalten. Nach einer Ladezeit von 2-3 Sekunden erwartet uns der Hauptbildschirm. Dort sind alle 42 Spiele in einem übersichtlichen Raster angeordnet. Die Sortierung kann wahlweise alphabetisch oder nach Erscheinungsjahr erfolgen. Nach dem Betätigen der Auswahltaste wird eine Kurzbeschreibung zur Spielhandlung eingeblendet. Anschließend lässt sich das Spiel direkt starten.

Zurück ins Hauptmenü kommt man entweder durch das einmalige Drücken der Resettaste oder durch das Gedrückthalten der Starttaste am Controller. Bei beiden Varianten erscheint ein Zwischenbildschirm, wo sich der aktuelle Spielstand abspeichern oder laden lässt. Zudem kann man dort auch das Hauptmenü anwählen kann. Nintendo hatte das bei seinen Mini-Konsolen anders gelöst. Segas Menüführung finde ich persönlich aber intuitiver.

Menü-Bedienung

Zwei USB-Anschlüsse für die Controller

Zwei USB-Anschlüsse für die Controller

Im Vergleich zur Flashback-Version 2017 hat sich beim Mega Drive Mini viel getan. Das Menü reagiert flott und ist einfach zu bedienen.
In den Einstellungen lässt sich zwischen den Ansichten 16:9 und 4:3 wählen. Das Dazuschalten eines CRT-Filter ist möglich – allerdings nur mit Auswahl eines Hintergrundes. Zwei Dinge fallen besonders positiv auf. Stellt man die Sprache z.B. auf Japanisch um, sind die Spiele in der japanischen Version spielbar. Auch das Coverdesign wird entsprechend getauscht. Weiterhin gibt es die Möglichkeit, die Ansicht der Spielecover zu verändern. Zur Auswahl stehen die Vorderansicht und einer Rückenansicht, wie in einem Regal.

Spielauswahl

Sega Mega Drive Mini im Test - die derzeit wohl beste Retro-Konsole

Sega Mega Drive Mini im Test – die derzeit wohl beste Retro-Konsole

Das Mega Drive von Sega war in den späten 80er und frühen 90er Jahren bekannt für seine Sportspiele. Die Auswahl war groß und der ein oder andere Profisportler (Michael Jordan, Charles Madden, Arnold Palmer) bekam ein eigenes Videospiel spendiert. Bei den vorinstallierten Spielen ist jedoch kein einziges davon zu finden. Ansonsten widmet sich die Spielauswahl vornehmlich Action- und Plattformer-Fans. Aber Freunde von Rollenspielen kommen auf ihre Kosten. Spiele vom Master System oder Game Gear gibt es keine.

Die komplette Spieleliste vom Sega Mega Drive Mini: Von A wie „Alex Kidd in the Enchanted Castle“ über P wie „Phantasy Star IV: The End Of The Millennium“ bis hin zu „World of Illusion Starring Mickey Mouse and Donald Duck“ sind viele Spieleklassiker dabei.

#Spiel
1Alex Kidd in the Enchanted Castle
2Alisia Dragoon
3Altered Beast
4Beyond Oasis
5Castle of Illusion Starring Mickey Mouse
6Castlevania: Bloodlines
7Columns
8Comix Zone
9Contra: Hard Corps
10Darius
11Dr. Robotnik’s Mean Bean Machine
12Dynamite Headdy
13Earthworm Jim
14Ecco the Dolphin
15Eternal Champions
16Ghouls ’n Ghosts
17Golden Axe
18Gunstar Heroes
19Kid Chameleon
20Landstalker
21Light Crusader
22Mega Man: The Wily Wars
23Monster World IV
24Phantasy Star IV: The End Of The Millennium
25Road Rash II
26Shining Force
27Shinobi III: Return of the Ninja Master
28Sonic the Hedgehog
29Sonic the Hedgehog 2
30Sonic The Hedgehog Spinball
31Space Harrier 2
32Street Fighter II: Special Championship Edition
33Streets of Rage 2
34Strider
35Super Fantasy Zone
36Tetris
37Thunder Force III
38ToeJam & Earl
39Vectorman
40Virtua Fighter 2
41Wonder Boy in Monster World
42World of Illusion Starring Mickey Mouse and Donald Duck

Fazit Sega Mega Drive Mini 2019

Zum Verwechseln ähnlich: Original und Spielcontroller vom Sega Mega Drive Mini

Zum Verwechseln ähnlich: Original und Spielcontroller vom Sega Mega Drive Mini

Das Mega Drive Mini kann sich definitiv mit den Mini-Konsolen von Nintendo messen. Hierbei merkt man, dass sich Sega richtig reingekniet hat. Mit viel Liebe zum Detail wurde bei der Konsole an viele Kleinigkeiten gedacht. Die Controller stehen dem Original in nichts nach, auch wenn sie einen Tick leichter sind. Dank USB-Anschluß kann man sie auch anderweitig einsetzen.

Die Spielauswahl geht vollkommen in Ordnung. Einige installierte Spiele sind in der Neuanschaffung richtig teuer und finden sich auch unter den besten Spielen für das Sega Mega Drive wieder. Damit bekommt man eine legale Kopie. Allerdings hätte mir noch 2-3 Sportspiele gewünscht. Zudem wäre „ToeJam & Earl in Panic on Funkotron“ die deutlich unterhaltsamere Wahl – im Vergleich zum ersten Teil. Ansonsten präsentiert Sega ein überzeugendes Produkt, welches den einen oder anderen vielleicht doch wieder zum Kauf einer Retro-Konsole bringen könnte. Der Preis von zirka 75 Euro ist angemessen.

Fotos: Powerkonsolen.de